Herkunftnachweisregister

Das Herkunftsnachweisregister (HKNR) soll ab Dezember 2012 für die Registrierung der Akteure und der EE-Anlagen geöffnet werden. Die vollständige Inbetriebnahme des Registers sowie die erstmalige Ausstellung von Herkunftsnachweisen (HKN) wird voraussichtlich ab dem 01.01.2013 erfolgen.

Mit der vollständigen Inbetriebnahme des HKNR wird eine Nutzung von HKN zur Kennzeichnung von Stromprodukten aus Erneuerbaren Energien verpflichtend. Ziel der Einführung eines zentralen Registers ist es, die Doppelvermarktung von Strom aus Erneuerbaren Energien zu verhindern.

Der Antrag auf Ausstellung eines Herkunftsnachweises wird vom Anlagenbetreiber, bzw. von einem bevollmächtigten Dienstleister, gestellt. Die Registrierung und Kontoeröffnung beim Umweltbundesamt (UBA) hat durch alle Akteure - Anlagenbetreiber, Händler, Elektrizitätsversorger etc. selbst zu erfolgen.

Die erworbenen HKN sind bis zu 12 Monate nach dem Erzeugungsmonat gültig.

Inhalt des Herkunftsnachweisregisters

Ein HKN muss mindestens folgende Angaben beinhalten:

  • die Kenndaten zur Erzeugungsanlage (Art, Typ, Standort, Leistung, Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Anlage, Beginn und Ende der Stromerzeugung)
  • die erzeugte Strommenge (in Megawattstunden)
  • die Art und der Umfang von Förderungen, die die Anlage bei ihrer Errichtung erhalten hat sowie,
  • das Ausstellungsdatum des HKN, das ausstellende Land und eine eindeutige Kennnummer

Darüber hinaus können weitere freiwillige Angaben zum Stromprodukt gemacht werden.

Sämtliche Informationen des Umweltbundesamtes zum Thema finden Sie unter www.hknr.de

Relevante Vermarktungsformen

Für Strom aus erneuerbaren Energien gibt es verschiedene Vermarktungsformen:

1. Direktvermarktung mit Grünstromprivileg
2. Sonstige Direktvermarktung
3. Nicht zur EEG-Vergütung angemeldet (Eigenverbrauch)
4. Vollvergütung nach § 16 EEG
5. Direktvermarktung mit Markprämie

Nur für die Varianten (1-3) können HKN von den betroffenen Akteuren beantragt, gehandelt und verwendet werden.

Mitteilungspflicht Netzbetreiber

Um die Bestätigung und Übermittlung der Stamm- und Messdaten einheitlich durchzuführen, sind die Prozesse zum Informationsaustausch zwischen Netzbetreiber und Umweltbundesamt per Verordnung festgelegt worden.

Der Netzbetreiber hat bei der erstmaligen Anlagenregistrierung die Stammdaten des Anlagenbetreibers zu bestätigen.

Dies erfolgt per elektronischen Datenaustausch mit folgenden Angaben:

  • Zählpunkt der Einspeisestelle bzw. der einzelnen Tranche oder des Sammelzählpunktes
  • Bilanzkreis
  • Zählernummer
  • MaBiS Zeitreihenkategorie
  • OBIS Kennzahlen
  • Prozentualer Anteil des Zählpunktes an der Erzeugungsanlage
  • EE-Status (Der Status, den eine Erzeugungsanlage annehmen kann z.B. Grünstromprivileg)
  • ggf. Wandler / Mengenumwerter mit Wandlerfaktor / Maßeinheit
  • Lieferanschrift
  • Lieferant am Zählpunktes (z. B. Direktvermarkter)

Änderungen der Stammdaten (z.B. Zählpunktbezeichnung, Zählernummer, EE-Status) werden gem. des jeweils gültigen Stammdatenänderungsprozesses übermittelt. Die Registerverwaltung fordert die Messwerte, jeweils mit der Zählpunktbezeichnung für die jeweilige Erzeugungsanlage, bzw. für die Tranche einer Erzeugungsanlage, an.

Je nach Zählerverfahren sind dabei unterschiedliche Übermittlungszyklen der Messwerte einzuhalten.

Messverfahren

  • Jede Erzeugungsanlage, deren eingespeiste Energie auf mehrere Lieferanten und Bilanzkreise aufgeteilt werden soll, ist mit einer geeichten registrierenden Lastgangmessung (RLM) ausgestattet.
  • Jede Erzeugungsanlage, die nicht mit einer geeichten registrierenden Lastgangmessung (RLM) ausgestattet ist, kann nur einem Lieferanten und einem Bilanzkreis zugeordnet werden. Ein anteiliger Wechsel von einem EE-Status in einen anderen EE-Status ist bei SEP-Erzeugungsanlagen nicht möglich.

Übermittlungszyklen für SEP-Messwerte (standardisiertes Einspeiseprofil)

Im Falle einer SEP Anlage werden i. d. R. einmal jährlich die ermittelten Zählerstände übermittelt.

Frist zur Übermittlung der Messwerte:

  • Unverzüglich, jedoch spätestens bis zum Ablauf des 28. Tages nach dem vom Netzbetreiber an den Lieferant bestätigten Abmeldedatum
  • Unverzüglich, jedoch spätestens bis zum Ablauf des 28. Tages nach dem vom Netzbetreiber an den Lieferant bestätigten Anmeldedatum
  • Unverzüglich, jedoch spätestens bis zum Ablauf des 28. Tages nach Sollablesetermin des Netzbetreibers (Turnusablesung)

Übermittlungszyklen für RLM-Messwerte

  • Mit Fernauslesung werktäglich bzw. im Falle von Ersatzwertbildung bis 8 Werktage
  • Ohne Fernauslesung bis spätestens 8 Werktage nach Liefermonat
  • Es ist immer der ¼ h Lastgang zu übermitteln, ggf. ersatzwertbereinigt

Datenformat

Die Übermittlung von Messwerten erfolgt gemäß der EDI@Energy-Kommunikationsrichtlinie im „EDIFACT-Format", dem derzeitigen Marktstandard der Energiebranche, und in Anlehnung an die „EDI@Energy-Kommunikationsrichtlinie".