Direktvermarktung

Gemäß § 33a EEG 2012 haben Anlagenbetreiber die Möglichkeit, den in ihrer Anlage erzeugten Strom kalendermonatlich an Dritte zu veräußern und ihn außerhalb der EEG-Vergütungssystematik zu vermarkten (Direktvermarktung).

Anlagenbetreiberinnen und Anlagenbetreiber dürfen den Strom, der mit Strom aus mindestens einer anderen Anlage über eine gemeinsame Messeinrichtung abgerechnet wird, nur dann direkt vermarkten, wenn der gesamte über diese Messeinrichtung abgerechnete Strom an Dritte direkt vermarktet wird.

Anlagenbetreiber können in einem Kalendermonat den in ihrer Anlage erzeugten Strom nur dann an Dritte veräußern, wenn sie dies dem Netzbetreiber vor Beginn des jeweils vorangegangenen Kalendermonats angezeigt haben. Die gleiche Frist gilt für den Wechsel innerhalb der verschiedenen Direktvermarktungsmodelle bzw. die Beendigung der Direktvermarktung.

Der Verkauf von Strom an Dritte wird in den §§ 33a-i i.V.m. Anlage 4 EEG 2012 geregelt. D.h. der Strom wird nicht an den Netzbetreiber, sondern an Dritte über das allgemeine Versorgungsnetz geliefert.

Es gibt drei verschiedene Formen der Direktvermarktung (§ 33b EEG 2012):

1. Direktvermarktung mit Marktprämie
2. Direktvermarktung mit Wahrnehmung des Grünstromprivilegs
3. Sonstige Direktvermarktung

Nach Maßgabe des § 66 Abs.1 Nr. 10 und 11 EEG 2012 gelten die Regeln nicht nur für Anlagen, die ab dem 01.01.2012 in Betrieb genommen wurden, sondern auch für Bestandsanlagen.

Der Anlagenbetreiber, der seinen Strom an Dritte verkaufen möchte, erhält im Marktprämienmodell nach §§ 33b Nr. 1, 33g-h i.V.m. Anlage 4 EEG 2012 neben dem vom Dritten gezahlten Verkaufserlös zusätzlich die sogenannte Marktprämie vom Netzbetreiber.

Der Anreiz einer Direktvermarktung mit Wahrnehmung des Grünstromprivilegs für Anlagenbetreiber besteht darin, dass das Elektrizitätsunternehmen, das den Strom ankauft und an seine Letztverbraucher verkauft, bei Einhaltung der Voraussetzungen nach § 39 EEG 2012 nur eine nach § 39 EEG 2012 verringerte EEG-Umlage zahlen muss.

Für die Formen, für die das EEG kein spezielles Förderinstrument vorsieht, gilt die in § 33b Nr. 2 EEG 2012 genannte sonstige Direktvermarktung. Vor allem Anlagenbetreiber werden von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, deren erzeugter Strom keine Vergütung nach § 16 EEG 2012 mehr erhält.

Folgende Voraussetzungen für den Wechsel in die Direktvermarktung oder in die EEG-Vergütung müssen erfüllt sein:

1. Anzeige gegenüber dem Netzbetreiber
2. Zeitpunkt der Anzeige (Bsp.: Wechsel zum 01.11.) muss bis zum 30.09. angezeigt werden
3. Anzeige gegenüber dem Netzbetreiber bei einem Wechsel in die Direktvermarktung muss
- Form der Direktvermarktung
- Bilanzkreis, dem der direkt vermarktete Strom zugeordnet wird
beinhalten.

Hat ein Anlagenbetreiber die Direktvermarktung gewählt, entfällt nicht nur die Verpflichtung, den gesamten erzeugten Strom gemäß § 16 Abs. 3 EEG 2012 zur Verfügung zu stellen, sondern auch sein Vergütungsanspruch gemäß § 16 Abs. 1 und 2 EEG 2012. Auf die Vergütungsdauer der Anlage ist der Zeitraum, in dem der Strom direkt vermarktet wird, anzurechnen.

Anmeldeformular:

Im Beschluss BK6-14-110 der Bundesnetzagentur wurde festgelegt, dass im Zeitraum ab dem 01.10.2015 die An-/Ab- und Ummeldung aller Einspeiseanlagen zu Lieferanten und Bilanzkreisen unter Verwendung des von der Bundesnetzagentur vorgegebenen Formulars (Anlage 3 zum Beschluss BK6-14-110) erfolgen muss. Das elektronische Formular steht Ihnen für die Anmeldung zur Direktvermarktung unter nachfolgendem Link zur Verfügung:

Die Übermittlung des ausgefüllten Formulars an die Bonn-Netz GmbH muss gemäß dem Beschluss der Bundesnetzagentur elektronisch per Email und im Format XLS erfolgen. Der Betreff der Email ist mit „Einspeisemeldung" zu bezeichnen.

Die E-Mailadresse für die Übermittlung lautet:
 einspeiser@bonn-netz.de

Zusätzlich müssen Sie uns die Formulare im Nachgang unterschrieben per Post zur Verfügung stellen. 

Bitte beachten Sie, dass nur vollständig ausgefüllte und fristgerecht eingereichte Anmeldungen berücksichtigt werden können.