Direktvermarktung

KWK-Anlagen

Mit § 4 KWKG 2016 wird der Grundsatz der verpflichtenden Direktvermarktung auch für Betreiber von KWK-Anlagen festgelegt.

Danach sind Betreiber von KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung von mehr als 100 kW verpflichtet, den erzeugten KWK-Strom direkt zu vermarkten. Alternativ besteht nur die Möglichkeit zum Eigenverbrauch. Eine Direktvermarktung im Sinne des KWKG liegt vor, wenn der Strom an einen Dritten geliefert wird.

Für Betreiber von KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung von bis zu 100 kW bleibt die Direktvermarktung optional. Ferner besteht ausweislich der Übergangsvorschrift im KWKG 2016 für KWK-Anlagen mit einer elektrischen KWK-Leistung von bis zu 250 kW, die bis zum 30.06.2016 in Dauerbetrieb genommen wurden, ebenfalls keine Pflicht zur Direktvermarktung. Sofern der Strom aus diesen Anlagen nicht direkt vermarktet oder selbst verbraucht wird, ist der Netzbetreiber auch weiterhin verpflichtet, diesen kaufmännisch abzunehmen und zum üblichen Strompreis zu vergüten.

PV-Anlagen

Die Direktvermarktung in Form der geförderten Direktvermarktung im Marktprämienmodell oder der sonstigen Direktvermarktung ist seit dem EEG 2014 für Neuanlagen im Grundsatz verpflichtend.

Die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Marktprämie ergeben sich aus den §§ 20, 22 ff. EEG 2017. Die Grundsatzkonzeption des Marktprämienmodells, wonach der Anlagenbetreiber an einen Dritten den erzeugten Strom veräußert und gleichzeitig vom Netzbetreiber eine Marktprämie erhält, ist seit dem EEG 2012 unverändert.

Neuanlagen können eine Einspeisevergütung nur in Anspruch nehmen, wenn sie eine installierte Leistung von bis zu 100 Kilowatt aufweisen (§ 21 Abs. 1 Nr. 1 EEG 2017). Neuanlagen mit einer höheren Leistung unterliegen der „verpflichtenden Direktvermarktung“.

Die Ausfallvergütung nach § 21 Abs. 1 Nr. 2 EEG 2017 steht wiederum – unter den dort genannten Voraussetzungen – nur Neuanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 Kilowatt zur Verfügung.

Anlagen, die hiernach eine Einspeise- oder Ausfallvergütung geltend machen können, steht außerdem die Möglichkeit offen, in die geförderte Direktvermarktung zu wechseln (optionale Direktvermarktung). Denn zwingend ist die Direktvermarktung nur für Anlagen, die keinen Anspruch auf die Einspeisevergütung geltend machen können.

Zur Anmeldung der Direktvermarktung füllen Sie uns bitte folgendes Dokument aus: